Stolpersteine in Tempelhof-Schöneberg

In Tempelhof-Schöneberg wurden seit 2003 insgesamt 489 Stolpersteine verlegt.

Stolpersteine sind kleine, quadratische, in das Gehwegpflaster eingelassene Messingplatten, die mit ihren Inschriften an die Opfer des NS-Terrors erinnern. Stolpersteine bringen das Gedenken dorthin, wo Ausgrenzung und Verfolgung massiv in das Leben der Betroffenen eingriffen: an den letzten Wohnort vor ihrer Deportation in ein Konzentrations- oder Vernichtungslager oder aber vor ihrer Verhaftung und Hinrichtung, so die Intention des Kölner Künstlers Gunter Demnig, der das Stolpersteinprojekt Mitte der Neunziger Jahre ins Leben gerufen hat. Stolpersteine können für alle Opfer des Nationalsozialismus gesetzt werden, seien es Menschen jüdischer Herkunft, Personen im Widerstand, religiös Verfolgte, Sinti und Roma, Homosexuelle und andere Opfer des Nationalsozialismus. Anfertigung und Verlegung eines Stolpersteins kostet 120,-- Euro. Die Patenschaft kann von Einzelpersonen, Hausgemeinschaften, Vereinen, Initiativgruppen etc. übernommen werden. Mittlerweile werden Stolpersteine vermehrt auch von den Angehörigen der Opfer angefragt.

Das Projekt Stolpersteine wird organisatorisch und inhaltlich vom Schöneberger Kulturarbeitskreis e.V. und dem Archiv bzw. den Museen Tempelhof-Schöneberg begleitet. Die AG Stolpersteine berät interessierte Paten bei der weiteren Informationssuche, bietet regelmäßige Pateninformations- und Austauschtreffen an, stellt den Kontakt zu interessierten Schulen her und organisiert und koordiniert die Verlegung. Die Ergebnisse der Recherchearbeit werden im Archiv zur Geschichte von Tempelhof und Schöneberg gesammelt, eine biographische Dokumentation für jeden verlegten Stolperstein angelegt und interessierten Schulklassen, HistorikerInnen, Nachbarn etc. zur Verfügung gestellt.

Kontakt: Schöneberger Kulturarbeitskreis e.V.
AG Stolpersteine
c/o Museen und Archiv Tempelhof-Schöneberg
Veronika Liebau, Hannelore Emmerich
Hauptstraße 40-42
10827 Berlin

Fon 030-902 77-62 14/-63 96
Fax 030-902 77-63 29
stolpersteine@museentempelhof-schoeneberg.de


 Stolpersteinverlegung

Nachfolgend möchten wir auf Stolpersteinverlegungen im Bezirk aufmerksam machen

Stolpersteinverlegungen
Nachfolgend möchten wir auf Stolpersteinverlegungen im Bezirk aufmerksam machen:

Do 28.3.2013
Die Uhrzeiten für die Verlegungen am 28. März stehen noch nicht fest.
Bitte telefonisch erfragen unter 030 90 277-6396

Fregestraße 20, Toni Busse, Heinrich Busse
Fregestraße 71, Alfred Cohn, Elsbeth Cohn, Betty Ries
Fregestraße 78, Anna Elisabeth Matzdorf, Dr. Martin Matzdorf
Fregestraße 80, Pauline Cohn, Marta Ephraim
Habsburger Straße 12, Ella Boronow, Erich Julius Boronow, Georg Moses Kaliski
Martin-Luther-Straße. 29, Alfred Siegmund Böhme
Motzstraße 47, Gertrud Falk, Helene Jacoby
Passauer Straße 2, Rosalie Borchardt
Passauer Straße 3, Rosa Lesser, Isaac "Eugen" Lesser
Wilhelm-Hauff-Straße. 19, Elfriede Schottlaender

Mo 6.5.2013
10:00 Uhr, Innsbrucker Straße 25, Hermine Hertzberg, Hermann Hertzberg
10:45 Uhr, Martin-Luther-Straße. 42, Elsbeth Lubranczyk, Steffi Levy
11:30 Uhr ,Münchener Straße 6, Zerline Jacob, Fanny Simon, Pauline Steinthal, Cäcilie Wiener
13:00 Uhr, Gleditschstraße 50, Anna Weltmann, Arthur Goldberg-Weltmann

Mo 3.6.2013
10:30–12:30 Uhr, Handjerystraße 1, 2, 3, 29, 50–51, 63, 81 und 86, Malwine Steiner, Leo Hummel, Emma Brauer, Bertha van Damm, Helene Windmüller, Berta Ert, Hanna Ert, Herbert Ert, Max Ert, Elsa Silberstein, Walter Silberstein, Emma Bachrach, Fritz Koppel, Mary Koppel, Bruno Pasch
13:00 Uhr, Stübbenstraße 8, Hulda Heller
13:30 Uhr, Nürnberger Straße 64, Jakob Gehr


Nicht bei jeder Verlegung findet gleichzeitig eine Einweihung/Gedenkfeier statt. Für die meisten der vorliegenden Termine liegen noch keine zuverlässigen Informationen über Gedenkfeiern vor. Teilweise nehmen auch nahe Angehörige an den Verlegungen teil. In jedem Fall freuen sich die Patinnen und Paten über interessierte Teilnehmende. Die angegebenen Uhrzeiten können unter Umständen abweichen. Telefonische Infos unter 902 77-63 96.

Schöneberger Kulturarbeitskreis e.V.
AG Stolpersteine
c/o Museen und Archiv Tempelhof-
Schöneberg
Hauptstraße 40-42
10827 Berlin
Fon 030-902 77-63 96
Fax 030-902 77-63 29
stolpersteine@museentempelhof-schoeneberg.de
archiv@museentempelhof-schoeneberg.de






Stolpersteine in Tempelhof-Schöneberg

489 Stolpersteine erinnern im Bezirk Tempelhof-Schöneberg an Opfer der NS-Diktatur. Anlässlich der Ausstellung „STOLPERSTEINE. Gunter Demnig und sein Projekt. Stolpersteine in Tempelhof-Schöneberg“ sind fünf Übersichtskarten für die im Bezirk verlegten Stolpersteine entstanden. Die Karten informieren über Stolpersteine im gesamten Bezirk sowie in den jeweiligen Ortsteilen Lichtenrade, Mariendorf, Schöneberg und Tempelhof.

Tempelhof-Schöneberg Tempelhof Schöneberg Mariendorf Lichtenrade
Tempelhof-
Schöneberg
Tempelhof Schöneberg Mariendorf Lichtenrade



 Ausstellung

STOLPERSTEINE
Gunter Demnig und sein Projekt
Stolpersteine in Tempelhof-Schöneberg




24. September bis 28. Oktober 2010 im Rathaus Schöneberg

Die zweiteilige Ausstellung informierte über die Stolpersteine, die bis zu dem Jahr 2000 in vielen deutschen und einigen europäischen Städten zum Gedenken an jüdische und andere Opfer der NS-Diktatur verlegt wurden.
Eine vom NS-Dokumentationszentrum Köln erarbeitete Fotopräsentation beleuchtete Gunter Demnigs Erinnerungsprojekt. Die Wanderausstellung erläuterte die Motivation des Künstlers und nannte die Opfergruppen.
Die Museen Tempelhof-Schöneberg ergänzten diese Überblicksdarstellung um einen lokalen Teil. Von 2003 bis 2010 wurden 368 Stolpersteine im Bezirk verlegt. Wo die Steine liegen und an welche Menschen sie erinnern, zeigten eigens angefertigte Stadtteilkarten und zwei Multimedia-Stationen. Darüber hinaus wurden beispielhaft 28 Biografien von Familien und Einzelpersonen vorgestellt, die einst hier wohnten. Die meisten waren jüdisch oder wurden aufgrund ihrer politischen Orientierung verfolgt.
Für die weitere Recherche stand ein mobiles Archiv mit Quellen-materialien zu allen im Bezirk verlegten Stolpersteinen bereit. Unterstützend waren Ansprechpartner des Museums vor Ort.

Wir danken dem NS-Dokumentationszentrum Köln für die Überlassung der Wanderausstellung und dem Schöneberger Kulturarbeitskreis e.V. für die Unterstützung.

Rahmenprogramm zur Ausstellung
STOLPERSTEINE – zwischen Gedenken und Bedenken
Vorträge und Streitgespräch
Moderation: Ulrike Bratke| TV-Journalistin
Die Popularität der „Stolpersteine“ als Gedenkkultur „von unten“ hat zu einer  enormen Verbreitung der kleinen Denkzeichen im Stadtraum geführt. Doch es werden auch kritische Fragen gestellt: Wie wird an die Opfer erinnert? Welche Gruppen werden geehrt? Welche nicht? Was sind die Motive der Patinnen und Paten? Werden die Stolpersteine als Chance zur Erinnerung wahrgenommen? In welchem Verhältnis stehen die Stolpersteine zu anderen Formen des Gedenkens? Welche Herausforderungen gibt es für kommende Generationen?

Stolpersteine in Berlin - dezentrales Gedenken als Chance zur Erinnerung vor Ort?
Wilfried Burkhard| Koordinierungsstelle Stolpersteine für Berlin

Die „Stolpersteine” oder „Von der Leichtigkeit des Gedenkens”
Ulrike Schrader| Leiterin der Alten Synagoge Wuppertal

Wohin mit der Erinnerung – heute und in Zukunft?
Podiumsdiskussion mit den Referenten und
Andrés Nader| Amadeu Antonio Stiftung, Projektleiter „Erinnerungskulturen in Ost und West: Lokale Geschichte sichtbar machen“
Christian Schneider| Soziologe und Forschungsanalytiker, Mitautor des Buches „Gefühlte Opfer. Illusionen der Vergangenheitsbewältigung" von Ulrike Jureit/Christian Schneider, Stuttgart 2010

 „fast vergessen, Thekla Skorra, geb. Gottliebson“
Lesung mit Renate van Kampen und Jugendlichen
Renate van Kampen las aus ihrem Buch über die fast vergessene jüdische Schriftstellerin Thekla Skorra, die 1943 in Theresienstadt starb und für die im Jahr 2010 ein Stolperstein verlegt wurde. Die Autorin beschrieb ihre mühevolle Spurensuche und deren Ergebnisse. Im Anschluss lasen Jugendliche ausgewählte Texte von Thekla Skorra.

Die Menschen hinter den Steinen
Vorträge und Diskussionen mit Vertretern von Stolperstein-Initiativen
Über 302 Stolpersteine liegen in Schöneberg und Friedenau. Die meisten erinnern an jüdische Opfer. In Tempelhof, Mariendorf und Lichtenrade wurden bisher 66 Steine verlegt – für jüdische Familien, für  Widerstandskämpfer, religiös Verfolgte. Welche Schicksale verbergen sich hinter den Namen auf den Steinen? Und wer hat die Verlegungen initiiert?
Einzelpaten und Vertreter/innen der Stolperstein-Initiativen Stierstraße, B96 und der Geschichtswerkstatt Lichtenrade stellten die Geschichten hinter den Steinen vor.

„Mit viel Herzblut bei der Sache“
Eine Informationsveranstaltung mit und für Paten von Stolpersteinen
Was muss ich tun, wenn ich einen Stolperstein spenden möchte? Wo kann ich recherchieren, wer hilft mir? Wie viel Arbeit ist damit verbunden? Und wie viel Emotionen? An diesem Abend gaben Patinnen und Paten Auskunft über ihre Erfahrungen.